Die Familie Löffler (oder Löffelmacher), besser bekannt unter dem Namen Khashoggi… (Ein Wikipedia-Abriss… also ohne Gewähr für Tatsächlichkeit)

Chaschuqdschi, der Familienname bedeutet auf Türkisch „Löffler“ (Kaşıkçı), wurde als ältester Sohn von Mohammed Chalid Chaschuqdschi geboren, einem der Leibärzte des saudischen Königs Abd al-Aziz ibn Saud. Sein Vater stammte aus der Türkei. Er war als Mekka-Pilger ins Land gekommen und brachte es bis zum Vize-Gesundheitsminister.

Er galt bis Mitte der 80er auch schon mal als der reichste Mann der Welt (https://www.nzz.ch/schweiz/der-reichste-mann-der-welt-ld.1431521). Er war mit Richard Nixon, Jimmy Carter und Ronald Reagan, also den zu der Zeit amtierenden amerikanischen Präsidenten bekannt und handelte fleißig als „Handelsvertreter“ neben Produkten von Chrysler, Fiat und Rolls-Royce auch und ab den 60er Jahren ausschließlich mit Waffen. Er repräsentierte Firmen wie „Raytheon“ und „Lockheed“, aber auch französische und deutsche Hersteller.

1987 hat Adnan Khashoggi seine Luxusjacht «Nabila» (bekannt auch aus dem 007-Film „Sag niemals nie“) Donald Trump verkauft. Der heutige US-Präsident hatte damals den Preis von 70 Millionen auf 30 Millionen Dollar heruntergehandelt. Passt eigentlich.

Er half in der Iran-Contra-Affäre, die hoch geheimen Waffenlieferungen der USA an Iran in die Wege zu leiten. (Und da passierte bekanntlich noch sehr viel drum herum…)

Seine Schwester, die Schriftstellerin und Journalistin Samira Chaschuqdschi, heiratete den Ägypter Mohamed Al-Fayed, der später durch die Übernahme des Londoner Kaufhauses Harrods berühmt wurde.

Chaschuqdschi war der Onkel von Dodi Al-Fayed, dem Sohn von Samira und Mohamed Al-Fayed, der zusammen mit Prinzessin Diana 1997 tödlich in Paris verunglückte.

Foto-Quelle: https://www.jewiki.net/wiki/Adnan_Kashoggi

Ein anderer bekannter Neffe war der Journalist Jamal Khashoggi, der im Oktober 2018 in der saudischen Botschaft in Istanbul getötet wurde.

Khashoggi (ganz links) bei einer öffentlichen Diskussionsrunde zum Thema Mohammed bin Salman’s Saudi Arabia: A Deeper Look („Mohammed bin Salmans Saudi-Arabien: ein tieferer Einblick“) am 21. März 2018 in Washington, D.C.

Khashoggi trat bereits in den 1970er-Jahren der Muslimbrüderschaft bei. Diese radikalislamische Organisation bekämpft den in Saudi-Arabien herrschenden Wahabismus, obwohl beide Ideologien das gleiche Ziel einer islamischen Theokratie haben. Kashoggi habe laut Bradley nie viel Sinn gehabt für westliche pluralistische Demokratie.

Aber dafür bekam er Aufmerksamkeit:

US-Präsident Obama (links) mit Jamal Khashoggi (rechts daneben), Kairo, 2009

Bis heute ist der Verbleib von Jamal Khashoggis Leiche unklar. Lange suchte die türkische Polizei in nahegelegenen Wäldern nach Leichenteilen Khashoggis. Nach Angaben von Yasin Aktay, eines Beraters des türkischen Staatspräsidenten, soll der Tote „zunächst zerstückelt und dann in Säure aufgelöst worden“ sein. Die Washington Post zitierte im Oktober 2018 eine türkische Quelle, wonach „biologische Beweise“ im Garten des Konsulats gefunden worden seien. Im Frühjahr 2019 meldete der arabische Nachrichtensender Al Jazeera, der sich auf eigene Recherchen berief, die Leiche des Journalisten sei in einem Ofen im Garten des saudischen Generalkonsuls in Istanbul verbrannt worden.

Am Morgen des 22. Oktober 2018 sprachen saudi-arabische Stellen erstmals davon, Khashoggi sei ermordet worden. Der saudi-arabische Außenminister Adel al-Dschubeir nannte die Tötung Khashoggis in einem Interview mit Fox News einen „riesigen Fehler“, bestritt aber, dass Kronprinz Mohammed bin Salman involviert sei. Er gab an, die Tötung sei das Resultat einer nichtautorisierten „rogue operation“ gewesen, bei der Personen ihre Kompetenz ohne Kenntnis der Führung überschritten hätten. Al-Dschubeir versprach eine „gründliche und vollständige“ Untersuchung und kündigte an, die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen. Unter Berufung auf Ermittlungsergebnisse der türkischen Behörden, die entsprechende Informationen übergeben hätten, bezeichnete der Generalstaatsanwalt Saudi-Arabiens die Tötung des Journalisten am 25. Oktober als vorsätzlich geplante Tat und rückte damit endgültig von der früheren Sprachregelung, wonach es sich um ein nicht beabsichtigtes Unglück gehandelt haben sollte, ab.

Im Königreich Saudi-Arabien leitete der Kronprinz Mohammed bin Salman eine Kommission, die den Khashoggi-Mord aufklären soll. Am 15. November 2018 forderte der saudische Generalstaatsanwalt die Todesstrafe für fünf Tatbeteiligte, denen zur Last gelegt wurde, Khashoggi im Konsulat betäubt, getötet und zerteilt zu haben.

Knapp vier Monate nach dem Mord begann die UNO-Sonderberichterstatterin Agnès Callamard mit Untersuchungen in der Türkei. Sie sammelte bis zum 3. Februar 2019 Informationen über die Umstände der Ermordung, um sie dem UN-Menschenrechtsrat in Genf zu übermitteln.

Agnès Callamard, 2019

Am 19. Juni 2019 wurde ihr UN-Untersuchungsbericht veröffentlicht. Im Bericht werden die Einzelheiten zum Hergang dargestellt und die Tötung Khashoggis als eine außergerichtliche Hinrichtung bewertet. Des Weiteren werden Ermittlungen gegen bin Salman gefordert. Callamard sah in ihrem Bericht an den UN-Menschenrechtsrat „glaubwürdige Beweise“, dass der Kronprinz persönlich hinter dem Mord steckt und versucht hat, die Spuren zu verwischen. Callamard wörtlich: „Es handelt sich um einen staatlichen Mord. Es handelt sich nicht um eine Operation einzelner Krimineller.“

Der Leiter des Untersuchungsausschusses war der Auftraggeber für den Mord? Das zieht ja richtige Kreise…

Im November 2019 bezichtigte Callamard die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron der „Komplizenschaft“ mit Saudi-Arabien. International sei nicht genug unternommen worden, um den Mord aufzuklären.

In Saudi-Arabien wurde weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Prozess gegen elf Angeklagte geführt. Der Aufenthaltsort von Saud al-Kahtani, den die UN-Ermittler als Hauptverdächtigen ansehen, ist seit seiner Entlassung unbekannt (Stand: Oktober 2019). Im Dezember 2019 wurden fünf Personen zum Tod verurteilt. Drei weitere Angeklagte erhielten Haftstrafen. Hingegen wurden zwei ranghohe Beamte von Kronprinz Mohammed Bin Salman von den Vorwürfen entlastet. Die Urteile waren im Dezember 2019 noch nicht rechtskräftig. Wer genau hinter dem Anschlag steckt, ist unklar.

Rund anderthalb Jahre nach der Ermordung Jamal Khashoggis erklärten dessen Söhne, dass sie den Mördern „verzeihen“. Damit ermöglichten sie die Abwendung von deren Hinrichtung.

Im September 2020 hob ein saudisches Gericht die Todesstrafe für die fünf Hauptangeklagten auf und wandelte sie in eine 20-jährige Haftstrafe um. Drei weitere Menschen wurden ebenfalls zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Ihre Namen blieben geheim.

Täterschutz halt.

Nahostexpertin Hatice Cengiz und J. Khashoggi

Quellen für den kurzen Abriss: https://wikibio.in/hatice-cengiz/ ; https://de.wikipedia.org/wiki/Jamal_Khashoggi ; https://de.wikipedia.org/wiki/Adnan_Khashoggi ; https://www.jewiki.net/wiki/Jamal_Khashoggi ; https://www.jewiki.net/wiki/Adnan_Kashoggi ; https://www.nzz.ch/schweiz/der-reichste-mann-der-welt-ld.1431521